12.Mai 2007

 

 

Der letzte Tagebuch-Eintrag ist genau drei (in Zahlen:3!!!) Monate her, ich habe gar nicht gemerkt, wie schnell die Zeit doch ins Land gezogen ist. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass in dieser Zeit einiges passiert ist, und ich werde nun versuchen, euch wieder auf den aktuellsten Stand in meinem Leben zu bringen.

 

Wohnungstechnisch hat sich bei mir nicht viel geändert, ich wohne immer noch bei dem netten Ehepaar, das mich im Februar freundlicherweise wieder bei sich aufgenommen hat. Es gefällt mir dort immer noch sehr gut, ich fühle mich dort wie ein richtiges Familienmitglied. Wir haben uns quasi gegenseitig adoptiert; sie mich als ihr Kind (zusätzlich zu den drei Kindern, die sie haben), ich sie als meine Eltern. Naja, ich denk mir halt, dass man nie genug Eltern, also Menschen, die auf einen aufpassen und sich um einen kümmern, haben kann. Manchmal sind die beiden auch wirklich süß, richtig rührend. Sie sorgen sich immer darum, ob ich auch genug zu essen bekomme, ob mir warm genug ist und so weiter.

Das Haus ist ziemlich groß, und seit März auch „hundefrei“. Als ich nämlich im Februar dort einzog, bevölkerten zwei große Hunde (Doggen, wer es genau wissen will) den Eingangsflur. Sie lauerten immer hinter der Eingangstür, und wer immer durch diese trat, wurde erst mal freudig begrüßt und kaum wieder weiter gelassen. Das Problem war nur, wenn man sich gerade frische Sachen angezogen hatte, weil man dringend irgendwo hin musste, dann musste man auch durch den Flur, in dem die Hunde lagen. Da war es dann gar nicht so einfach, diesen Flur auch wieder mit sauberen Klamotten zu verlassen, denn meistens lief der sabber diesen niedlichen kleinen Hundchen ständig aus der Schnauze, die sie auch prompt an den guten Klamotten abwischten… Aber jetzt sind dort keine Hunde mehr; den jüngeren und zugleich auch wilderen und kaum zu bändigen Hund haben „wir“ verschenkt, der lebt jetzt in einem neuen Zuhause bei einer neuen Familie mit vielen Leuten, die sich alle mit diesem Hund beschäftigen. Der andere, ältere Hund musste leider im März eingeschläfert werden, sie war aber auch schon ziemlich alt. Obwohl man jetzt gefahrfrei über den Flur gehen kann, ist das Haus doch ziemlich leer geworden…

 

Meine „neuen Eltern“ vermissen die Hunde auch, schließlich hatten sie bisher ja auch immer Hunde, und jetzt plötzlich keine mehr zu haben ist schon eine ziemliche Umstellung für sie. Kein Hund mehr, um den sie sich kümmern müssen und für den sie sorgen müssen.

Aber dafür haben sie im Moment ja noch mich zum Betütteln und Umsorgen. Und ein wenig Anlass zur Sorge biete ich ja auch… Kurz nachdem ich im Februar bei ihnen eingezogen bin, war ich eines schönen Samstags mit abwaschen im Gemeindehaus beschäftigt. Ohne zu ahnen, dass mir jemand ein Messer ins Abwaschwasser gelegt hatte, griff ich ins Wasser und somit auch gleich ins Messer. Ich zog mir eine „kleine“ Schnittwunde am kleinen Finger der rechten Hand zu, die am Montag darauf von einem Kieferchirurgen zusammengenäht wurde (das ist der Sohn von den Leuten, bei denen ich lebe, deshalb hat das ein Kieferchirurg genäht, ich weiß, dass das komisch klingt, ist aber so…). Nach einer Woche wurden die Fäden gezogen, aber leider war die Wunde noch nicht überall wirklich zusammengeheilt. Und wie das bei mir ja auch schon häufiger der Fall war, will die Wunde einfach nicht zuheilen, so dass ich mich noch immer damit rumplage und ab und zu mal neue Behandlungsmöglichkeiten an mir selber teste, ohne dafür einen Arzt zu konsultieren, aber wenn das jetzt nicht bald zuheilt, dann werde ich wohl doch noch meinen inneren Schweinehund überwinden müssen und mich in ärztliche Behandlung begeben, zumindest drängt mein „Ersatz-Vater“ (übrigens Zahnarzt von Beruf) darauf… Natürlich hoffe ich, dass ich um einen weiteren Arztbesuch drumherum komme.

 

Was gibt es denn sonst noch so zu berichten? Ach ja, seit dem 16.April 2007 absolviere ich mein Religionspädagogisches Schulpraktikum in einer Grundschule in Langenhagen. Das macht mir wirklich viel Spaß, was ich vorher gar nicht gedacht hätte… Ich unterrichte in zwei ersten und in zwei zweiten Klassen, und die Kinder sind zum Teil echt putzig und niedlich, manchmal bringen die Klopper, da weiß man gar nicht, ob man lachen oder weinen soll, und dabei muss man dann auch noch ganz ernst bleiben… Letztens haben wir in der ersten Klasse einen Text von Peterson und Findus gelesen, in dem Findus unbedingt Fleischklößchen pflanzen wollte, aber Peterson hat ihm gesagt, dass man nur Obst und Gemüse pflanzen kann, nicht aber Fleischklößchen. Dann hat meine Mentorin die Klasse gefragt, wo man denn dann Fleischklößchen herbekommt. Ein Mädchen meldete sich und sagte, dass Fleisch und Fleischklößchen vom Schwein kommen, da rief ein anderer Junge in den Raum hinein: „Nein, die kommen doch vom Schlachter!!!!“ Ich musste mich wirklich zusammenreißen, damit ich nicht laut loslache, ich fand das so witzig!

Überhaupt macht mir sowohl das Hospitieren, als auch das Unterrichten an der Schule Spaß, ich habe auch totales Glück mit meiner Mentorin, die ist nämlich sehr gut, und ich arbeite gerne mit ihr zusammen (das schreibe ich hier jetzt nicht, weil sie das vielleicht auch lesen könnte, sondern weil ich das ganz ernst meine, ich bin wirklich froh, so eine tolle Mentorin erwischt zu haben!)

 

Ansonsten ist bei mir eigentlich alles beim Alten. Letzte Woche Donnerstag hat der Frauenkreis der Martinskirche Engelbostel-Schulenburg einen Ausflug in das von Mission geprägte Hermannsburg unternommen, natürlich unter meiner Führung. So besichtigten wir die Peter-Paul-Kirche, besuchten die Mittagsandacht am Missionsseminar, haben gemeinsam mit den Studenten dort Mittag gegessen und haben danach noch eine Führung am Seminar bekommen (Vielen lieben Dank, Andrea und Benjamin, noch mal an dieser Stelle)! Anschließend sind wir zum Ludwig-Harms-Haus gegangen, wo wir noch mal eine Menge über die Anfänge der Mission lernten und dann auch noch leckeren Kuchen gegessen haben! Für mich war das ein schöner, wenn auch anstrengender Tag, es war schön, den Frauen meiner Gemeinde zu zeigen, wo ich herkommen, wo ich studiert habe und sie somit an meinem Leben teilhaben lassen konnte. Ich hoffe, dass es den Frauen auch gefallen hat.

 

Okay, das soll erst mal wieder von mir als Update reichen.

 

Alles Liebe, k.