30.Dezember 2008

 

Und wieder geht ein Jahr zu Ende…

 

Es kommt mir vor, als ob das Jahr genauso aufhört, wie es für mich auch begonnen hat, irgendwie scheint sich nichts geändert zu haben, und dass, wo es doch ein ziemlich anstrengendes Jahr für mich war…

Nun bin ich schon seit über einem Jahr krankgeschrieben und zu Hause, und dennoch habe ich das Gefühl immer noch ganz am Anfang zu stehen. Ich weiß immer noch nicht so recht, wer ich eigentlich genau bin oder sein will. Ich weiß immer noch nicht, was ich will oder kann oder werden will. Ich bin immer noch unzufrieden mit mir selbst und kann mit mir selbst so gut wie gar nichts anfangen. Ich weiß nicht, was der Zweck meines Daseins ist, oder was andere an mir mögen, ich weiß nur, dass ich mich selbst irgendwie gar nicht so wirklich leiden mag, und versuche, mir und meinem Körper Schaden zuzufügen, wo ich nur kann. Immer noch verletze ich mich selbst, und ich hab das Gefühl, dass alles, was ich mir in den Klinik-Aufenthalten, die ich in diesem Jahr hinter mich gebracht habe, erarbeitet habe, schon wieder nicht mehr gilt und nichtig ist, dass das alles sowieso nichts wert war, dass scheinbar alle Klinik-Aufenthalte nichts gebracht haben. Es fällt mir immer noch schwer, mich über die kleinen Schritte und Erfolge zu freuen, vielmehr schiele ich immer nach dem einen großen Schritt, will alles auf einmal und verbaue mir damit selber den Weg…

 

Naja, aber immerhin lebe ich schließlich noch, wenn auch vielleicht nicht so, wie ich es mir wünschen würde…

 

Was hat sich seit September in meinem Leben ereignet??? Lasst mich mal überlegen… Okay, da gibt es schon einiges zu berichten:

 

1. Katze

Wie ich ja im September bereits berichtet habe, ist unsere langjährige, alte Katzendame Bonny von uns gegangen. Das war schon ziemlich hart für uns alle. Mein Vater hatte schon lange vorher immer bekanntgegeben, dass es nach Bonny keine weitere Katze in unserem Haus geben würde, weil er kein neues Haustier mehr haben wolle, denn schließlich machen die neben all der Freude ja auch Dreck und Arbeit und so (obwohl er sich eigentlich nie so wirklich um die Katze gekümmert hat, außer sie hin und wieder mal zu streicheln…). Und so war es umso überraschender für mich, dass mein Vater noch am selben Tag, an dem wir unsere liebe Bonny begraben hatten, mir mitteilte, dass es ohne Katze doch ziemlich einsam sei, wenn meine Mutter zur Arbeit ist, und dass er überlege, sich doch wieder eine Katze anzuschaffen.

Meine Mutter hat dann aber am darauffolgenden Tag (Samstag) alle Katzenutensilien gereinigt und in Tüten verpackt aus dem Haus in den Schuppen verbannt. Zwar fehlte ihr Bonny auch sehr, aber sie wollte erst mal ein wenig Zeit verstreichen lassen, und sich nicht sofort eine neue Katze anschaffen.

Am selben Tag (also immer noch Samstag) besuchte uns mein Bruder am Nachmittag zusammen mit seiner Freundin. Sie erzählten, dass in ihrer Nachbarschaft eine kleine, freche und – ihrer Meinung nach – bildhübsche Katze durch die Gegend stromere und sogar in die Häuser ging, um sich dort Futter zu ergattern. Mein Vater wollte aber eigentlich lieber eine Katze aus dem Tierheim holen. Kurz nachdem mein Bruder und seine Freundin wieder nach Hause gefahren waren, standen sie plötzlich schon wieder bei uns auf der Matte, und zwar mit diesem kleinen Katzenwesen auf dem Arm.

Sie waren nach Hause gefahren, und da hatte die Katze bei ihnen auf dem Carport gehockt, als ob sie auf sie geartet hätte. Mein Bruder hat sie dann runtergeholt und sie dann gleich zu uns gebracht. Sie war wirklich putzmunter und überhaupt nicht scheu. Sie lief sofort durch unser Haus, als ob sie schon Jahre bei uns ein- und ausginge, guckte sich alles neugierig an und nahm gleich einen Platz bei der Heizung in Beschlag. Papa und ich waren anfangs nicht so begeistert von ihr, denn sie entsprach nicht unserem Bild von einer Katze… Bisher hatten wir nämlich immer nur grau-getigerte Katzen gehabt, diese aber war weiß mit braunen und schwarzen Flecken…

Alle anderen (meine Mutter, mein Bruder und seine Freundin) fanden sie aber bildhübsch und super-süß! Und so durfte sie erst mal bleiben, aber nur zur Probe, wir wollten dann noch ein wenig überlegen, ob wir sie wirklich behalten sollten/wollten. Sofort holte ich Katzenkörbchen und Näpfe für sie rein, und nach kurzer Zeit machte sich meine Allergie wieder bemerkbar (was sie ja bei Bonny nie getan hatte, oder zumindest nicht in den letzten Jahren…).

Noch am selben Abend schickte ich meiner Schwester eine sms, um ihr mitzuteilen, dass wieder eine Katze bei uns im Haus war. Sie und ihr Freund überlegten sich dann, sich selbst ein Bild von dem neuen Mitbewohner zu machen und kamen am nächsten Tag (Sonntag) zu uns, um mit der Katze zu spielen. Auch die beiden fanden die Katze bildhübsch und super-süß und meinten, dass wir sie auf keinen Fall wieder rauswerfen könnten. Mein Vater und ich waren aber immer noch nicht von ihr überzeugt, ich vor allem deshalb nicht, weil mich die Allergie ziemlich plagte…

Alle redeten uns gut zu, die Katze zu behalten, also blieb sie noch eine Weile. Und mit der zeit besserte sich meine Allergie (was vielleicht auch daran lag, dass ich jeden Tag Ceterizin schluckte) und ich konnte immer mehr Zeit im selben Raum mit der Katze verbringen.

Mittlerweile ist sie nun also schon seit über drei Monaten bei uns. Und natürlich ist „Nicky“ (so haben wir sie getauft) mittlerweile nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Manchmal ist sie außer Rand und Band und tobt durch die ganze Wohnung. Sie versteckt sich unter den Teppichen und spielt liebend gerne mit ihren Bällen, die sie immer irgendwo versteckt und dann darauf wartet, dass einer von uns (meistens meine Schwester oder ich) sie wieder unter den Schränken hervorholt, damit sie diese dann gleich wieder verstecken kann… So hält Nicky uns also immer auf Trab, und es wird bestimmt nie langweilig mit ihr.

 

2. Zahngesundheit

Nach der operativen Entfernung der Zyste in meinem Oberkiefer hatte und habe ich noch immer ein Mal pro Woche das Vergnügen, zu meiner Zahnärztin zu fahren, damit sie die Tamponade in dem Loch wechselt. Es ist also immer noch nicht zu, aber meine Zahnärztin macht mir immer Mut und meint jedesmal: „Das wird schon kleiner, da passt schon gar nicht mehr so viel Tamponade rein…“ Nur sagt sie das schon seit Wochen, wenn nicht sogar Monaten, und trotzdem ist da immer noch dieses Loch…

Zwischendurch hatte ich dann auch noch Mal das Vergnügen mit meinem Kieferchirurgen, der mir die beiden Weisheitszähne auf der rechten Seite entfernte. Das hat alles gut geklappt und ist auch schnell wieder verheilt.

Nur vor ein paar Wochen, so um die Mitte vom Dezember herum, kam mein Körper, allen voran mein Unterkiefer auf der rechten Seite, auf die glorreiche Idee mal wieder eine Entzündung auszubrüten…

Meine Zahnärztin hatte mir bereits im Juni mitgeteilt, dass in meinem rechten Unterkiefer eine dicke, fette Entzündung sei, die wahrscheinlich dadurch entstanden war, dass dort eine Wurzelbehandlung stattgefunden hatte, die nicht allzu gut ausgeführt war: die Füllung reichte nicht bis an die Wände und die Enden der drei Wurzeln, und unter dem Zahn hatte sich eine riesige Entzündung entwickelt, die sich aber bis dahin völlig ruhig verhielt und überhaupt keine Schmerzen und Probleme bereitete. Meine Zahnärztin hatte aber auch gleich damals im Juni gesagt, dass wir an den Zahn ran müssten.

Am 10.Dezember war sie der Meinung, nun endlich an diesem Zahn arbeiten zu müssen und begann, die alte Wurzelfüllung herauszubohren. Das gestaltete sich allerdings schwieriger als geplant, denn die alte Füllung weigerte sich und ließ sich nicht herausbohren, sie war viel zu hart, daher beschloss meine Zahnärztin, sie mit einem Eukalyptus-Öl getränkten Wattebäuschen aufzuweichen. Sie legte das Wattebäuschchen in den Zahn und verschloss ihn oben mit Zement, damit bis zur nächsten Woche, nichts in den Zahn hineinkäme.

Am nächsten Tag (Donnerstag) bemerkte ich zum Abend hin, dass ich Zahnschmerzen auf der rechten Seite bekam. Zunächst nur ganz leicht und noch gar nicht schlimm. Über Nacht wurden die Schmerzen schlimmer, und am nächsten Morgen hatte ich einen Termin bei meinem Therapeuten. Ich fuhr also nach Nienhagen, und während ich bei ihm saß wurden die Schmerzen noch schlimmer. Auf dem Rückweg rief ich von unterwegs bei meiner Zahnärztin an und erfuhr, dass sie ihren freien Tag hätte, aber der nette Kollege, der damals bereits die Zyste aufgeschnitten hatte, wäre dort und könnte mal einen Blick in meinen Mund werfen. Mir war ziemlich egal, wer mich behandeln würde, Hauptsache war, dass etwas gegen die Schmerzen unternommen werden würde. Ich sollte mich so gegen 12.15-12.30 Uhr in der Praxis einfinden.

Jetzt war es gerade 9.30 Uhr, also fuhr ich noch Mal nach Hause. Aber lange hielt ich es dort nicht aus, die Zahnschmerzen waren unerträglich, und so fuhr ich bereits zu kurz nach elf Uhr in die Praxis. Es dauerte auch nicht allzu lange, bis ich endlich rein durfte. Der Zahnarzt guckte kurz in den Mund, dann auf das Röntgenbild aus dem Juni und die Aufzeichnungen meiner Zahnärztin, dann entschied er, mir ein Antibiotikum und ein Schmerzmittel zu verschreiben und entließ mich wieder.

Ich besorgte mir beides sofort in der nächsten Apotheke und nahm beides auch sofort ein, aber die erwünschte Wirkung – nämlich Milderung der Schmerzen – stellte sich nicht ein… So fuhr ich wieder nach Hause. Essen wollte und konnte ich nichts, mir war nicht einmal danach zumute, mich vor den Fernseher zu setzen, also legte ich mich ins Bett und schlief fast den ganzen Nachmittag. Als ich gegen Abend wieder erwachte, hatte ich noch immer höllische Schmerzen, und außerdem war meine rechte Wange angeschwollen.

Ich versuchte nochmal die Schmerzen mit diversen Schmerzmitteln zu mindern und legte mir einen Eisbeutel auf die Wange um die Schwellung zum Rückzug zu bewegen.

Am Samstag ging es mir hundeelend, ich schluckte Schmerzmittel und Antibiotikum, kühlte die Wange und schlief die meiste Zeit. Und das, wo ich doch meiner Freundin Ulrike versprochen hatte, ihr an genau diesem Samstag bei ihrem Umzug von Braunschweig zurück nach Unterlüß behilflich zu sein. Ich fühlte mich mies, nicht nur wegen der Schmerzen und dem Fieber, mit dem ich seit der Nacht kämpfte, sondern auch wegen des gebrochenen Versprechens gegenüber meiner Freundin…

Das gesamte Wochenende verbrachte ich im Bett in einem fiebrigen Dämmerzustand, wahrscheinlich auch durch die Wirkung der vielen unterschiedlichen Schmerzmedikamente. Die Wange war trotz Antibiotikums und Kühlung angeschwollen, die Schwellung zog sich über die ganze Seite sogar über den Hals nach unten, selbst innen war der untere Gaumen (heißt das unten eigentlich Gaumen???) unter der Zunge angeschwollen, so dass auch jede Bewegung der Zunge einen unglaublichen Schmerz nach sich zog. Als meine Eltern mich in dem geschwollenen Zustand sahen, vermuteten sie, dass ich ja auch Mumps haben könnte, was dann aber gleich am nächsten Morgen (Montag) von meinem Hausarzt ausgeschlossen wurde. Ich erzählte ihm von der Entzündung auf dem Röntgenbild, der Wurzelbehandlung und dem Antibiotikum, dass ich seit Freitag bereits einnahm, und er wunderte sich, dass die Entzündung sich trotz des Antibiotikums so stark entwickeln konnte.

Noch am selben Vormittag suchte ich meine Zahnärztin auf, die von meinem Anblick ziemlich geschockt war. Sie sagte in etwa: „Ach du meine Güte, wie sehen Sie denn aus? Haben Sie mich angerufen??? Waren Sie beim Notdienst???“ Als ich ihr erzählte, dass ich ihren Kollegen bereits am Freitag wegen Zahnschmerzen aufgesucht hatte, und er mir ein Antibiotikum verschrieben hatte, war sie sogar noch geschockter über meinen Zustand. Sie öffnete den Zahn, den sie am Mittwoch zuvor mit Zement verschlossen hatte, entfernte das Wattebäuschchen und bohrte die Kanäle auf. Dann verschrieb sie mir noch ein neues Antibiotikum und bestellte mich für den nächsten Tag wieder.

Bereits am nächsten Morgen spürte ich eine Besserung, die Schwellung hatte abgenommen und die Schmerzen hatten etwas nachgelassen. Meine Zahnärztin war über diesen Erfolg sichtlich erfreut, wollte mich aber dennoch gleich am nächsten Tag noch einmal sehen, nur, um ganz sicher zu gehen…

Von Tag zu Tag wurde es besser, die Schwellung nahm ab und ich nahm wieder menschliche Gesichtszüge an, was auch der netten Frau an der Anmeldung bei meiner Zahnärztin auffiel.

Und jetzt sehe ich schon wieder ganz normal aus und fühle mich auch deutlich besser, aber ich weiß, dass die Behandlung im kommenden Jahr fortgesetzt werden muss…

Dieses Jahr hatte es also echt in sich, eine Entzündung jagte die nächste, und ich hab bestimmt 6 oder 7 Mal Antibiotika geschluckt… Das ist schon ganz schön krass, finde ich. Ich bin gespannt, ob das im nächsten Jahr so weiter geht… Ich hoffe ja nicht, aber meine Freundin meint, dass all die Entzündungen ein bzw. mehrere Signale meiner Seele waren, um zu zeigen, dass sie krank ist… Und solange die Seele nicht gesund ist, wird das wohl so weiter gehen…

Wir werden sehen…

 

3. Knie

Hinzu kommt, dass mein Knie weiterhin Probleme macht. Vielmehr macht nun nicht mehr nur ein Knie Probleme, sondern beide. Um eine zweite Meinung zu meinen Knien einzuholen, hatte mein Kniespezialist mich zum Henrietten-Stift nach Hannover geschickt. Der Arzt dort war der Meinung, dass eine weitere OP noch zu früh sei, und dass ich erst mal noch mehr Krankengymnastik bräuchte, um die Sehne und die Muskeln zu dehnen.

Denn bei meinem Knie ist das so (hat meine Krankengymnastin mir erklärt): Die Sehne, die die Kniescheibe festhält, ist mit den vier Oberschenkelmuskelsträngen verbunden und endet am Schienbein (das ist bei allen so…). Sobald man die Oberschenkelmuskel anspannt, wird die Sehne und damit die Kniescheibe etwas hochgezogen, weil die Oberschenkelmuskel sich beim anspannen zusammenziehen (in der Länge verkürzen), dafür aber breiter werden. Bei mir ist die Sehne allerdings zu kurz (und wahrscheinlich auch die Oberschenkelmuskel), so dass die Sehne beim Anspannen der Muskeln die Kniescheibe direkt auf die Knochen zieht, wobei diese (die Knochen) dann die Knorpelschicht hinter der Kniescheibe abreiben. Und dadurch hab ich dann die Schmerzen. Jetzt versuchen wir (meine Krankengymnastin und ich) also, sowohl die Oberschenkelmuskulatur als auch die Sehne durch Übungen zu dehnen und zu lockern. Sollte sich dabei in drei bis fünf Monaten keine Besserung einstellen, dann muss die Kniescheibe operativ versetzt werden, damit die Knochen hinten dann nicht mehr die ganze Knorpelschicht abrubbeln können. Das klingt ziemlich schmerzhaft, finde ich, daher hoffe ich natürlich, dass die Übungen eine Besserung herbeiführen werden.

 

4. Patenkinder

Meine süßen Patenkinder wachsen und gedeihen, wobei ich das von Taja nicht so genau sagen kann, wegen der Entfernung zur Ukraine, aber für Zoe und Robin gilt das ganz gewiss.

Zoe ist unheimlich süß und auch unheimlich raffiniert. Sie ist ziemlich clever, wenn es darum geht zu bekommen, was sie will, so hat sich vor kurzem folgendes zugetragen: Zoe und Josefine haben von ihrem Papa einen Bonbon bekommen, Kurz darauf ist der Papa mit Josefine zum schwimmen gefahren, während die Mama, mit Robin auf dem Arm, und ich auf dem Sofa saßen und zusammen mit Zoe „Caillou“ geguckt haben. Plötzlich guckte Zoe vom Fernseher durch den Raum und entdeckte die Bonbon-Tüte auf der Mitte des Esstisches, die der Papa dort hatte liegenlassen. Sie stand auf und sagte „Bonbon!“ und zeigte auf die Tüte, aber die Mama blieb hart und meinte, dass Zoe schon genug Bonbons hatte und keinen mehr bekäme.

Zoe begann vor Wut zu kochen, denn leider waren ihre Ärmchen zu kurz, um an die Bonbon-Tüte auf dem Tisch zu kommen. Sie begann zu heulen und zu toben, aber die Mama blieb weiterhin hart. Schließlich riss Zoe voller Wut ihren Schnuller aus dem Mund und klatschte ihn auf den Tisch. Sie war immer noch am Toben, aber Mama rührte sich nicht. Das machte Zoe noch wütender und sie suchte auf dem Tisch (über den sie noch nicht rüber gucken kann) nach ihrem Schnuller, und als sie ihn nach langem Tasten, was ihre Wut noch mehr gesteigert hatte, endlich in der Hand hielt, schleuderte sie ihn wutentbrannt durch das Wohnzimmer. Dann stapfte sie wütend aus dem Zimmer, um kurz darauf mit einem orangenen Plastik-Stab zurückzukehren. Diesen wusste sie als verlängerten Arm einzusetzen, und versuchte damit die Bonbon-Tüte auf dem Tisch näher an sich heran zu ziehen. Meine Cousine Nadine (die Mama) und ich waren ziemlich sprachlos über soviel Einfallsreichtum, und als Belohnung für so eine geniale Idee hat sie dann auch ein Bonbon bekommen. Das hatte sie sich verdient!

Überhaupt macht es viel Spaß, die Zeit mit Zoe zu verbringen, denn fast täglich lernt sie nun neue Dinge dazu, und auch beim Sprechen macht sie große Fortschritte, momentan nennt sie mich meistens „Tante“, weil das wahrscheinlich einfacher als „Kerstin“ ist, obwohl sie das auch schon hin und wieder versucht, natürlich klingt es bei ihr noch etwas anders, aber man kann erahnen, dass sie mich damit meint…

Auch Robin wächst und gedeiht, auch wenn er vielleicht ein bisschen schnell wächst und das nicht nur in der Länge… Aber er wird auch immer munterer und aktiver, er gluckst und lacht vor sich hin, wenn man vor ihm sitzt und ihn „anschnalzt“ oder andere Geräusche macht. Und auch gekitzelt werden mag er, dann lacht er manchmal richtig herzhaft…

Ich freue mich schon auf die Taufe von Robin, die im Januar stattfinden wird.

Und auch Josefine, die große Schwester von Zoe und Robin ist total süß. Vor allem wenn sie mit Robin spricht und spielt und versucht, ihm die Welt zu erklären. Oder wenn sie mir versucht zu erklären, dass Robin ihr Robin sei, und nicht meiner, und dass ich ihn auf keinen Fall mit nach Hause nehmen darf, sondern ihn da lassen muss…

Alle drei Kinder tun mir unheimlich gut, weil man ihnen anmerkt, dass sie sich freuen, wenn ich komme, und weil ich die Zeit mit ihnen total genieße. Leider kann ich mich nicht oft genug aufraffen, sie zu besuchen, und dass, obwohl sie doch nur zwei Straßen weiter wohnen, also gerade mal fünf Minuten zu Fuß weg von mir…

Aber auf jeden Fall werde ich den Jahreswechsel morgen mit und bei ihnen verbringen, darauf freue ich mich auch schon.

 

5. Advents- und Weihnachtszeit

Das gute an der diesjährigen Adventszeit war, dass ich zu Hause war, und nicht in einer Klinik…

Auch habe ich mich darüber gefreut, dass es in diesem Jahr zum ersten Mal einen Adventskalender in Unterlüß gab: jeden Abend – so gegen 17 Uhr – wurde ein Türchen geöffnet, und zwar jeden Abend woanders. So traf man sich auf einen Glühwein, Kakao oder manchmal auch mit Keksen und Bratwurst zum Beispiel am Rathaus, bei den Kindergärten, bei unterschiedlichen Geschäften (Blumengeschäfte, Bäcker, Versicherung, Apotheke…) und anderen Einrichtungen (Feuerwehrhaus, Altenheime…). Das war ganz lustig, jeden Abend konnte man woanders hingehen und den Abend in gemütlicher und geselliger Runde ausklingen lassen. Das fand ich eine sehr gute Idee und habe auch versucht, möglichst oft daran teilzunehmen (außer natürlich, als ich mit der Zahnentzündung flach gelegen habe…)

Auch mit den Weihnachtsgeschenken war ich in diesem Jahr ziemlich früh fertig, so hatte ich schon fast alle Geschenke bis zum 20.Dezember fix und fertig verpackt und im Treppenflur aufgebaut. Das sah echt schön aus, und ich war fast ein wenig traurig, als ich sie dann am Heiligen Abend nach unten zur Bescherung getragen und den Empfängern übergeben habe, aber so ist das nun mal an Weihnachten…

Das Weihnachtsfest war auch ganz okay, am Heiligen Abend war ich um drei Uhr mit meiner Cousine, Josefine und Zoe zusammen zum Krippenspiel in der Küche, dort trafen wir dann auch noch meine Tante (die Oma von Josi, Zoe und Robin) mit ihrer Schwiegertochter, ihrer Tochter, ihrem Schwiegersohn und mit ihren anderen beiden Enkelkindern. Zoe fiel es noch ziemlich schwer, ruhig sitzen zu bleiben und so habe ich sie eine Weile mit meinem Handy beschäftigt, um sie ruhig zu halten. Aber natürlich kam es auch dort zu lustigen kleinen Zwischenfällen, zum Beispiel als der Wirt im Krippenspiel fragte: „Hallo???“ antwortete unsere Zoe ganz laut: „Hallo!!!“, was die Leute um uns herum zum Lachen brachte…

Auch hat der Stern, der jedes Jahr in der Kirche hängt, sie völlig fasziniert, und immer wieder tat sie ihr Erstaunen in einem lauten „Stern!“ kund.

Abends war dann bei uns das Haus voll; mein Bruder mit seiner Freundin, meine Schwester mit ihrem Verlobten und meine Oma waren bei uns zu Gast. Ganz so, wie es bei uns Tradition ist, gab es zum Essen Hühnerfrikassee mit Pasteten, den Kartoffelsalat mit Würstchen gibt es bei uns Heilig Abend bereits schon immer zum Mittag, aber weil Chris, der Verlobte meiner Schwester Pastete und Hühnerfrikassee nicht mag, hat er abends seinen Kartoffelsalat bekommen. Der Tisch war reichlich gedeckt, zusätzlich gab es auch noch Weißbrot mit Lachs oder Forelle. Und zum Nachtisch gab es noch Eis, entweder Marzipan-Eis in Form eines Tannenbaums oder Zimt-und-Apfel-Eis in Form eines Sterns. Danach waren wir alle erst mal ziemlich satt!

Dann gingen wir zur Bescherung über. Aber bei uns ist die Bescherung nicht nur ein bloßes Geschenke-Austauschen und –Überreichen, sondern wir sitzen alle um den Tisch herum und würfeln der Reihe nach. Wer eine „Eins“ oder eine „Sechs“ würfelt, darf ein Geschenk öffnen, und alle anderen schauen dabei zu. Erst wenn das Geschenk fertig ausgepackt ist, darf der Nächste würfeln. So zieht sich die Bescherung meistens über Stunden, und jeder kann genau sehen, wer wem was geschenkt hat, und man muss dann nicht später nachfragen, was die anderen überhaupt bekommen haben, weil man das im Trubel des eigenen Auspackens gar nicht mitbekommen hat…

Und so wurde es doch reichlich spät, als wir endlich ins Bett fielen.

Der erste Feiertag wurde dementsprechend auch ruhig gestaltet. Zwar war ich morgens noch bei den Warners, um den Kindern die Weihnachtsgeschenke vorbeizubringen, die der Weihnachtsmann für sie bei mir gelassen hatte. Der Nachmittag aber war völlig entspannend, und so habe ich ihn für ein Nickerchen genutzt. Schließlich musste ich ja Kraft für den bevorstehenden zweiten Feiertag sammeln, zu dem wir bei Carina und Chris eingeladen waren. Die beiden haben sich total die Mühe gegeben und ein absolutes Festmahl gezaubert, bestehend aus Hochzeitssuppe, Kartoffeln, Knödeln, Rotkohl, Pute (sehr lecker) und selbstgemachtem Honigparfait mit beschwipsten Pflaumen zum krönenden Abschluss. Später gab es auch noch Kaffee und selbstgebackenen Gewürzkuchen. Die beiden haben sich wirklich mächtig angestrengt, und haben uns einen wundervollen Tag beschert.

Aber auch meine Eltern hatten eine besondere Überraschung für die beiden parat. Nachträglich zu ihrer Verlobung, die sie am 18.November 2008 geschlossen haben, haben sie von meinen Eltern einen Stern geschenkt bekommen. Eigentlich handelt es sich dabei um zwei Sterne, die aber von hier unten aus wie ein Stern aussehen. Getauft wurden die Sterne auf den Namen „Carina und Chris“, und man kann ihn sogar mit dem bloßen Auge sehen. Da waren die beiden aber erst mal sprachlos und wussten gar nicht, was sie dazu sagen sollten.

Tja, das war dann auch wieder das Weihnachtsfest.

Und nun sind wir auch schon wieder am Ende des Jahres, das war 2008.

Und ich bin nun auch am Ende des Eintrags für heute. Ich denke, dass ich mehr als genug geschrieben habe, und ihr nun wieder auf dem Laufenden seid, was mich betrifft.

Ich wünsche euch allen einen guten Start in das Jahr 2009, dass es ein gutes und erfolgreiches Jahr für euch wird, und dass ihr eure Wünsche und Pläne umsetzen und erfüllen könnt!

 

 

Alles Liebe,

 

Krischi!