wind peitscht

regen prasselt

wellen überschlagen sich

überrollt

von den wogen und wellen

kann nicht mehr atmen

kann mich nicht dagegen wehren

von den wellen verschluckt

im sturm verschollen

und untergegangen

den wellen und dem sturm

nichts mehr entgegensetzen zu können

 

                                             15.Dezember 2007

 

 

schwere

bedrückende, lähmende schwere

kreativität erstickt

keine worte mehr

nur noch schwere

seit tagen keine ideen mehr

vielleicht ist ja auch schon alles raus…

negative, lähmende schwere

keine kraft

kein fortschritt

eher rückschritt

es macht alles keinen sinn mehr

kämpfe mit mir selbst

um jeden schritt

um jedes wort

da und doch nicht da

weg und doch noch da

alles immer gleich

lähmende, erdrückende schwere

klemmt mich ein

schnürt mich zu

keine kraft

und keine lust mehr

aufgegeben

schwarze, drückende schwere

 

                                                       08.Dezember 2007

 

 

hohl, taub, leer

kraftlos

und am ende

zerrissen, erschlagen

ratlos

stumm

schweigend

frisst es mich von innen heraus auf

am ende der kräfte

kampflos

gebe ich auf

lass mich von dem dunklen strudel mitreissen

tod

ist das einzige

auf das ich noch warte

und spüre, wie das leben

meinem körper entweicht

tag für tag

stunde für stunde

minute für minute

gehe ich dem ende entgegen

gekämpft – gehofft

doch dann aufgegeben

kampflos

lass ich es geschehen

 

                                                       10.Dezember 2007

 

 

warten

immer nur warten

das ganze leben lang warten

von der geburt an warten wir

immer auf irgendetwas

auf die ersten zähne

das erste wort

den ersten schritt

in der schule auf die zensuren

und mit sehnsucht warten wir auf das ende der schulzeit,

weil doch dann das leben erst richtig beginnen soll

wir warten auf einen ausbildungsplatz

wir warten auf den start in den beruf

wir warten

immer warten wir auf irgendetwas

morgens warten wir darauf, dass der tag zu ende geht

nachts im bett warten wir auf den nächsten tag

wir warten brav im wartezimmer, bis der arzt zeit für uns hat

wir warten auf den bus, den zug, das flugzeug

wir warten

immerzu warten wir

wir warten bis wir alt sind und im ruhestand,

dann warten wir, dass uns jemand besuchen kommt

wir warten

immerzu warten wir

und merken dabei gar nicht, wie uns die zeit davonläuft

auf den einen punkt zu

auf den wir alle das ganze leben lang warten

denn eigentlich warten wir doch alle

unser ganzes leben lang

von der geburt an

auf diesen einen, kurzen moment,

der uns allen angst macht

und den wir am liebsten so weit wie möglich

aus unseren gedanken verbannen möchten

und doch warten wir das ganze leben darauf…

 

                                                  02.Dezember 2007

 

 

wer bin ich?

ich weiß es nicht.

das bild, das andere von mir malen und schildern,

darin erkenne ich mich nicht.

doch ich selbst habe auch kein wirkliches bild von mir.

ich bin nur eine leere hülle

ohne inhalt

ich rede,

aber meine worte ergeben keinen sinn

ich lebe,

ohne wirklich zu leben

ich schleppe mich von einem tag zum anderen

ohne den sinn dahinter zu erkennen

wie eine marionette ohne eigenen willen erledige ich die dinge,

die von mir erwartet werden.

ich weiß weder wer ich bin, noch was ich will

ich schwimme einfach mit dem strom

ohne nachzudenken

will nicht auffallen

will nicht aus der reihe fallen

ich funktioniere – wie eine maschine - nach einem bestimmten prinzip

ich werde von außen gesteuert

habe die fäden nicht selber in der hand

hätte ich eine schere, um die fäden durchzuscheniden,

ich wüsste nicht wozu,

weil ich nicht weiß, in welche richtung ich laufen sollte

oder was ich tun sollte

ich fühle mich hilflos wie ein kind

und dennoch ungeborgen und unbehütet

allein und elend

und ich weiß nicht mal,

wer ich bin

ich kenne mich nicht

und weiß auch nicht, wo ich nach mir suchen soll.

ich hab mich verloren und aufgegeben…

 

                                                      02.Dezember 2007

 

 

auf und ab

auf und ab

den flur rauf und runter

eingesperrt

ausgesperrt von der welt

zum schutz für uns?

oder zum schutz für die anderen draußen?

ist wahnsinn ansteckend?

sind wir deshalb hier eingesperrt,

damit wir die „normalen“ da draußen nicht anstecken?

ich habe langsam wirklich das gefühl,

 dass der wahnsinn in mir

von tag zu tag mehr wird.

doch was sind schon tage?

was ist zeit?

hier drinnen gibt es keine tage und keine zeit.

alles scheint still zu stehen,

während da draußen alles weitergeht:

das leben, die tage, die zeit.

hier gleicht jeder tag dem anderen,

alles verschwimmt zu einem brei,

alles bleibt gleich,

nichts ändert sich.

das gefühl für zeit geht verloren,

ebenso wie das gefühl für das leben.

innerlich ist alles hohl und leer und schwer.

der tod beginnt am tag der geburt.

manche verdrängen ihn aus ihrem leben,

während andere ihn sich herbeisehnen.

hier ist der tod deutlich zu spüren,

man merkt, wie er immer mehr die kontrolle über einen übernimmt.

schleichender tod in der von der welt abgeschlossenen psychiatrie

 

                                           01.Dezember 2007