ich komme nicht weiter

und schon gar nicht an

weiß ja nicht mal

wo ich hin muss

lege mir immer wieder stein in den weg

baue blockaden auf

mauern aus eisigem schweigen

unüberwindbar

ich müsste über meinen schatten springen,

aber ich weiß nicht,

mit welchem bein zuerst

ist eh egal

beide sind gelähmt

ich bin ein krüppel,

der sich selbst gefangen hält

und keiner kann mich befreien

außer mir selbst

aber dazu fehlt mir die kraft

und der mut

und die motivation

das gefängnis

bedeutet nicht nur schlechtes

es bedeutet vor allem sicherheit

und geborgenheit

hier kenn ich mich aus

ich weiß nicht,

was mich draußen

in der freiheit

erwartet

das macht mir angst

mit den rasierklingen

in der hinterhand

und den tabletten

im schrank

fühl ich mich sicher

- paradox –

da es die dinge sind,

die mir am meisten schaden

aber ohne sie fühle ich mich

hilflos, allein, unsicher

sie sind meine wahren freunde,

auf die ich in der not zählen kann…

 

                                                       29.Juni 2009

 

 

eingesperrt im dunklen verlies

sitze ich da,

unfähig mich zu rühren

und warte darauf,

dass jemand kommt,

das licht anmacht

und mich hier rausholt

anfangs

habe ich geschrien und gekämpft

aber niemand hat meine schreie gehört

im finsteren verlies bin ich herumgeirrt

auf der suche nach dem lichtschalter

nach einem ausweg

aber immer wieder bin ich gegen die wände gerannt,

bin über dinge gestolpert,

die ich in der finsternis nicht sehen konnte,

habe mich immer und immer wieder

auf’s neue verletzt

geblutet und geblutet

geweint

und vor schmerz geschrien

doch irgendwann konnte ich einfach nicht mehr

und habe mich still in eine ecke verzogen

unfähig mich zu rühren

aus angst vor neuen verletzungen und schmerzen

sitze ich nun also hier

wann kommt hilfe?

wer holt mich hier raus?

 

                                                       13.Juni 2009