hass

hass und wut

fressen mich auf

es tobt in mir

magensäure kocht

am liebsten jemandem eine in die fresse hauen

brutal und blutig

- denk ich –

und erschreck mich vor mir selbst

angestaute wut,

die mich vergessen lässt, wer ich bin

ich habe angst davor,

durchzudrehen

angst davor,

dass etwas schlimmes passieren könnte

muss ich die welt nicht besser vor mir retten?

der wahnsinn hat mich ergriffen,

aber er tobt nur innerlich,

nach außen hin bleibt er unsichtbar.

ich will schreien: SCHEISS AUF DAS SYSTEM!!!

aber dann gehe ich doch brav zum dienstzimmer

um mir die medikamente abzuholen, die mich ruhig machen sollen.

zum teufel mit mir selbst

und meinem scheiß angeborenen und anerzogenen pflichtbewußtsein.

bloß nicht aus der reihe fallen

immer schön ducken

und nicht zu vergessen: brav lächeln,

das lieben si doch alle so an mir…

 

                                     30.November 2007

 

 

SYSTEMAUSFALL

man sagt, dass jedes element in einem system wichtig ist,

sonst kann es nicht funktionieren.

fällt ein element aus, stoppt also automatisch auch das system.

angeblich kann das noch so kleinste und geringste teilchen das ganze system zum stoppen bringen, wenn es ausfällt.

doch tatsache ist, dass das system weiterläuft.

ohne rücksicht auf verluste.

die kleinen und winzigen teilchen sind gar nicht so wichtig…

ich bin nun schon über eine woche hier,

doch das system da draußen läuft weiter.

auch ohne mich geht alles seinen geregelten gang.

nutzlos.

es fällt nicht auf, dass ich fehle…

vielleicht bin ich auch schon ausgetauscht worden

und somit überflüssig für das system.

gestoppt habe ich es jedenfalls nicht.

ich habe das system nicht geschafft,

sondern das system hat mich geschafft.

ausgeblutet, abgebrannt, an den rand gebannt.

kein stein im getriebe, der die räder blockiert…

 

                                       30.November 2007

 

 

sie fragen

WARUM

und können es nicht verstehen

und ich kann es nicht erklären

kann mich selber nicht erklären

kann mich selber nicht verstehen

kein leben mehr in mir

ich bin zerbrochen in mir selbst

und stehe fassungslos und teilnahmslos

vor dem scherbenhaufen

kann das puzzle nicht wieder zusammensetzen

alles ist kaputt

alles ist verloren

es macht keinen sinn, weiterzumachen

die dunkelheit umschließt mich

wie ein schützender mantel

jedoch kalt

und er schnürt mich ein

erdrückt mich

lähmt mich,

so dass ich kaum noch atmen kann

angst breitet sich aus

panische angst, die einen die kontrolle verlieren lässt

angst vor dem alleinsein

angst vor mir selbst

 

29.November 2007

 

 

gefühllos

kalt

taub

teilnahmslos

hohl und leer

hohl und leer

das chaos siegt

kampflos seh’ ich zu,

wie der selbsthass mich zerfrisst

dann doch wieder ein kurzer, lichter moment

kurz wieder das alte ich, das zur schow immer fröhlich ist

die maske nach außen

ist meine aufgesetzte fröhlichkeit

fast schon penetrante, abartige, gute laune

die mir selbst tierisch auf den keks geht

und innen ist alles kaputt

trümmerbruch der seele

nach außen hin nicht sichtbar

weil die fassade es verdeckt

und ich es versteckt halte

eigentlich bin ich innerlich schon tot

ich bin nur zu faul umzufallen…

 

                               29.November 2007

 

 

hohl und leer

dumpf, taub

abgestumpft

kein gefühl mehr

keine kraft mehr

ausgezehrt

fühle nichts mehr

kein lebensgeist mehr

kann nicht mehr atmen

fühle mich eingeengt

gefesselt und gebunden

eingesperrt in mir selbst

kein gefühl mehr

nur noch schmerz

schmerz ist das einzige

was ich noch fühle

schmerz lässt mich spüren,

dass ich noch am leben bin

wie lange noch?

ich belüge mich selbst

und mache anderen was vor

wer bin ich?

    was bin ich?

was ist real und was ist fiktion?

ist alles nur ein traum?

wann wache ich auf?

wo finde ich mich selbst?

ich bi auf der flucht vor mir selbst,

und komme nie bei mir an.

endloser kresilauf.

wie sinnlos!

 

                                        28.November 2007

            

                         

                                         28.November 2007

 

 

druck zu groß, muss raus, muss weg

druck muss raus

kopf ausgeschaltet.

nicht denken, handeln.

der druck muss raus, halt es sonst nicht mehr aus.

gedanken flattern umher,

keiner kann sich setzen,

alles durcheinander,

das totale chaos.

es tobt und brodelt unter der oberfläche,

nach außen hin bleibt die fassade aufrecht.

das gesicht wahren, nennt man das, glaube ich.

doch so kann es nicht weitergehen,

der druck muss raus!

kopflose handlung.

BLUTRAUSCH.

schmerz, der die sinne betäubt.

fließendes blut mildert den druck.

einfach nur zusehen, wie es fließt…

doch dann schaltet sich der kopf wieder ein;

erkennt, was geschehen ist,

reagiert panisch und schämt sich unendlich.

kann es selbst nicht glauben,

kann nicht fassen, dass man so dämlich sein kann.

und dann kann man es auch nicht mehr verstecken.

jemand bemerkt es, und dann ist erstmal

ENDSTATION

-          entweder, weil man den sprung ins jenseits tatsächlich geschafft hat

-          oder weil man gefunden wird und zu seinem eigenen schutz vom eigenen leben weggesperrt wird

ENDSTATION

für das leben wie man es vorher kannte.

nur leider sind die gedanken auch in der gechlossenen noch da,

man kann halt nicht vor sich selbst weglaufen…

 

                                       25.November 2007

 

 

rauschend – das Meer – es berauscht

auch drogen berauschen, lassen dich vergessen, betäuben dich und deinen schmerz

du vergisst, wer du bist

du erkennst nicht mehr den weg

ziele vergessen

ALLES SINNLOS

das blut rauscht durch die adern

es dröhnt in deinen ohren

es engt dir den blick ein

du siehst rot

der druck steigt

es muss was passieren

BLUTRAUSCH

es fließt und der druck nimmt ab

es fließt und der blick wird wieder klarer

es fließt und das dröhnen in deinen ohren ist weg

aber der schmerz bleibt und der druck nimmt wieder zu

bis zum nächsten mal

ein kreislauf ohne ende

bis zum bitteren ende,

das irgendwann kommt

kommen muss

die erlösung aus dem kreislauf

die erlösung vom ewigen schmerz

 

                                25.November 2007

 

 

nach außen hin scheint alles in ordnung.

ich achte streng auf ordnung.

ordnung ist das halbe leben.

ordnung bedeutet, kontrolle zu haben.

alles sieht hübsch ordentlich aus

- zumindest nach außen…

doch innen, in mir, herrscht chaos.

wut und agression und hass fressen mich auf.

alles geht drunter und rüber

- zick und zack.

von innen hohl und leer,

aber wenigstens die fassade außen bleibt hübsch ordentlich…

 

                                  20.November 2007

 

 

ich komme mir vor wie wachs,

wie flüssiges, weiches wachs.

ich spüre, wie ich zerrinne,

keine form, die mich halten kann…

haltlos.

kein halt mehr.

ich zerfließe und zerrinne

und ich bin unfähig, etwas dagegen zu unternehmen.

flüssig.

überflüssig.

unfähig.

 

                                       20.November 2007

 

 

ich bin leer, so leer.

leer und allein.

fremd.

weiß nicht mehr, wer ich bin.

hab mich verloren.

weiß nicht weiter.

jeder schritt ist anstrengend

 - und doch führt er nirgends hin.

alles ist anstrengend

- und macht eh keinen sinn.

ich will ruhe, einfach nur ruhe.

…und mich selbst wieder finden…

 

                              20.November 2007

 

 

die welt – meine welt,

die ich mir mühsam über jahre hinweg aufgebaut habe,

da liegt sie nun,

wie ein scherben-trümmer-haufen vor mir.

NICHTS

zählt mehr

alles kaputt

die seele schreit und tobt in ihrer zelle,

in der mein verstand sie seit jahrzehnten gefangen hält.

sie tobt so sehr, dass sie die grundmauern der fassade ins wanken

und zum einstürzen gebracht hat.

und sie tobt noch immer weiter,

denn ihre zelle ist noch nicht eingestürzt

 

19.November 2007

 

 

ich will das nicht – diese traurigkeit

ich will das nicht – dieses chaos in mir

ich will das nicht – diese angst und panik mit wildem herzrasen

ich will das nicht – diese dauernden kopfschmerzen

ich will das nicht – diese negativen gedanken

ich will das nicht – dieses „schroff-sein“ gegen andere

ich will das nicht – diese schwäche

ich will das nicht – all diese ambivalenten gefühle

ich will das nicht – dieses leben

ich will doch nur normal sein…

 

19.November 2007